Tintenpilz: Verdaut sich selbst. Es heißt Coprinus comatus. Als ich zum ersten

Begonnen von Admin, Aug 18, 2026, 00:38

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Admin

Tintenpilz: Verdaut sich selbst. Es heißt Coprinus comatus.

Als ich zum ersten Mal ein Foto dieses Pilzes sah, dachte ich, es sei vielleicht der unappetitlichste Pilz, den ich je gesehen habe. Es ist, als ob ein heller Fliegenpilz in zähflüssige Wimperntusche getaucht worden wäre und herumfließt.

Und stellen Sie sich meine Überraschung vor, dass dieser Pilz als essbar gilt und in einigen Ländern sogar als Delikatesse anerkannt ist.

Dieser Pilz hat viele Namen. Man nennt ihn den weißen Mistkäfer (was auch nicht das Verlangen steigert, ihn zu essen), nun ja, und im Ausland nennt man ihn das zottelige Tintenfass, die zottelige Mähne und sogar die Perücke des Anwalts. Und tatsächlich macht der Pilz in bestimmten Entwicklungsstadien seinem Namen alle Ehre.

Auf dem Foto unten sieht der Hut beispielsweise wirklich aus wie die fettigen, schmutzigen Locken einer mittelalterlichen Perücke.

Nun, wissenschaftlich heißt es Coprinus comatus. Wie der Name schon vermuten lässt, wächst der Pilz gerne auf Misthaufen und im Allgemeinen auf allen Böden, die reich an organischen Düngemitteln sind.

Dieser Pilz kommt überall auf der Nordhalbkugel vor, von gemäßigten Regionen bis hin zu subpolaren Regionen.

Wie ich oben geschrieben habe, ist der Pilz essbar und gilt in einigen Ländern, zum Beispiel in Finnland und Schweden, als Delikatesse, in China wird er sogar speziell angebaut.

Es ist zwar mit einer Einschränkung essbar: Nur junge, ungeöffnete Früchte sind zum Verzehr geeignet. Aber selbst wenn sie gepflückt werden, beginnen Autolyseprozesse, die auch im gefrorenen Zustand andauern. Daher ist es ratsam, den Pilz am Tag der Sammlung vorzubereiten.

Bemerkenswert ist, dass der Prozess der Autolyse (also der Selbstverdauung) eine ziemlich clevere Erfindung der Natur ist; Nachdem der Pilz Sporen freigesetzt hat, verdaut er sich selbst und die Nährstoffe des Fruchtkörpers kehren zum Myzel zurück. Dies ist ein gefräßiger Pilz – er wächst nicht nur auf nährstoffreichen Böden, sondern verwertet sich auch selbst.

Der Name Tintenpilz wurde übrigens nicht wegen der Ähnlichkeit der Autolyseprodukte mit Tinte genannt, sondern weil im Mittelalter tatsächlich Tinte daraus hergestellt wurde.