Warum ist das traurigste Geschöpf der Welt traurig? Klecksfisch (Psychrolutes marcidus).
Sie können sich die Emotionen der Wissenschaftler vorstellen, die diesen Fisch zum ersten Mal sahen. Die Kreatur, die wie ein kahler, schleimiger, hässlicher menschlicher Kopf mit traurigem Gesichtsausdruck aussah, war so seltsam, dass einige Leute, die sie sahen, die Hypothese über ihren außerirdischen Ursprung aufstellten.
Und tatsächlich sieht der Tropfenfisch (Psychrolutes marcidus) sehr ungewöhnlich aus. Sein kleines Aussehen (bis zu dreißig Zentimeter) führte zu vielen Memes im Internet, und die Art selbst erhielt den inoffiziellen Status der traurigsten Kreatur der Welt.
Er lebt in den Gewässern rund um Australien in Tiefen von sechshundert Metern bis eineinhalb Kilometern. Ernährt sich von kleinen Krebstieren. Und es scheint: Sollte sie traurig sein? Worüber ist dieser ungewöhnliche Fisch traurig? Lass es uns herausfinden.
Schauen Sie sich zunächst das Foto dieses Fisches in seinem natürlichen Lebensraum an – dem Meeresboden in etwa einem Kilometer Tiefe. Und obwohl man ihre Physiognomie auch als unzufrieden bezeichnen kann, gibt es immer noch viele Fische mit herabhängenden Lippenwinkeln und ihr Aussehen ist nichts Besonderes.
Warum kommt es dann zu einer so seltsamen Metamorphose, wenn der Fisch an die Oberfläche gebracht wird?
Es geht um ihre ungewöhnlichen anatomischen Anpassungen, die sie sich für das Leben in einer Tiefseeumgebung angeeignet hat. Tatsache ist, dass sie keine Schwimmblase besitzt, da in einer Tiefe von einem Kilometer der Druck hundertmal größer ist als an der Oberfläche und es eine andere Aufgabe ist, die Blase aufgeblasen zu halten.
Um den Auftrieb aufrechtzuerhalten, verzichteten die Fische daher auf ein Minimum an Muskeln und ersetzten sie durch geleeartiges Gewebe, dessen Dichte nahe an der Dichte von Wasser liegt. Dadurch kann der Fisch keine Energie für die Aufrechterhaltung des Auftriebs verschwenden und die reduzierte Muskulatur reicht aus, um den Körper in der Wassersäule zu bewegen.
Wenn Fischer Fische schnell an die Oberfläche bringen, verformt ein hundertfacher Druckabfall einfach ihr loses Fleisch und verwandelt es in einen formlosen Sack. Ihr Aussehen ist also keine lustige Laune der Natur, sondern eine traurige Tatsache.
Doch dieser Umstand hat auch eine Kehrseite. Durch die Tiefseeschleppnetzfischerei ist der Status der Population gefährdet. Und Naturschützer setzen sich dafür ein, Gelder für Naturschutzbemühungen zu sammeln. Dank des traurigen Blicks sind die Kampagnen erfolgreich, da die Menschen mit diesem Tiefseeritter des traurigen Blicks sympathisieren ...