Als wichtigstes Souvenir des Schwarzen Meeres wurde es in die TOP 100 der gefährlichsten Arten aufgenommen.
Hallo Liebhaber der ungewöhnlichen irdischen Fauna. Heute ist in unserer Ausgabe ein Weichtier, das vielleicht fast jeder in unserem Land kennt und von dem viele sogar seine Muscheln zu Hause haben. Aber nur wenige Menschen wissen, welche Katastrophen das Erscheinen dieses niedlichen Tieres mit sich bringt.
Es ist schwer vorstellbar, dass man ein solches Souvenir für sich selbst gekauft oder es selbst nicht gefunden hat, insbesondere wenn man während der Sowjetunion einen Urlaub am Schwarzen Meer verbracht hat. Die meisten Menschen kennen es unter dem Namen Rapan und es ist, wenn nicht ein Symbol, so doch ein unveränderliches Merkmal eines Sommerurlaubs auf See.
In der UdSSR wurde das Souvenirgeschäft nicht vom Staat ins Leben gerufen, sondern von unternehmungslustigen Bewohnern von Ferienorten selbst gegründet. Und in diesem Sinne war eine starke, exotisch aussehende, schöne Muschel ein idealer (auch weil kostenloser) Rohstoff für die Herstellung unvergesslicher Schmuckstücke. Außerdem hält man es an einem kalten Winterabend ans Ohr und man hört das Rauschen des warmen Sommermeeres und all die Erinnerungen daran ...
Allerdings gab es diese Mollusken schon vor dem Großen Vaterländischen Krieg nicht im Schwarzen Meer. Ihre Heimat ist der Ferne Osten, wo sie relativ selten sind und sogar im Roten Buch aufgeführt sind. Man geht davon aus, dass sie mit Torpedobooten angeliefert wurden, die nach dem Krieg zur Schwarzmeerflotte abkommandiert wurden.
Der ,,Gast" hat eine ungewöhnliche Eigenschaft: Er stirbt nicht an den Chemikalien, mit denen Schiffe gegen Bewuchs behandelt werden. Nur Frauen entwickeln männliche Geschlechtsorgane, die ihre Fortpflanzungsfunktionen jedoch nicht beeinträchtigen.
In der Wissenschaft wird diese Art venöses Rapana (Rapana venosa) genannt und gehört zu den TOP 100 der gefährlichsten invasiven Arten auf unserem Planeten. Es ist ihm bereits gelungen, vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer und vom Mittelmeer zur Atlantikküste Europas zu gelangen. Und von dort, so scheint es, zog er auch mit vorbeifahrenden Schiffen über den Ozean zu den Küsten Süd- und Nordamerikas. Und es sieht so aus, als wäre er dazu bestimmt, um die Welt zu reisen.
Der Grund für diesen Erfolg ist sein starker Panzer, den unsere heimischen Raubtiere nicht überwinden können. Darüber hinaus ist die Molluske nicht wählerisch, was die Qualität oder den Salzgehalt des Wassers angeht. Und der Temperaturbereich, in dem es überlebt, ist ungewöhnlich groß.
Rapana ist ein selektives Raubtier, das sich von Muscheln ernährt. Und in diesem Sinne ist sie eine Feinschmeckerin, die am liebsten Muscheln und Austern isst. Dem steht jedoch nichts entgegen und das Fehlen ihrer natürlichen Feinde – der Seesterne – führt zu einem unkontrollierten Bevölkerungswachstum.
Jetzt ist die Zahl der Muscheln im Schwarzen Meer katastrophal zurückgegangen und sie haben keine Zeit, eine anständige Größe zu erreichen. Aber der Mann beschloss, der Natur zu Hilfe zu kommen und überlegte: Wenn man ihm die Muscheln vorenthielt, warum sollte er dann nicht anfangen, die Übeltäter selbst zu essen? Das Fleisch des ,,Eindringlings" erwies sich als schmackhaft und sie begannen, es zu ernten. Heutzutage gibt es viele Orte, an denen Sie ein Rapana-Gericht probieren können. Wenn Sie also dieses Gericht in einem Café bestellen oder Schalentierfleisch in einem Geschäft kaufen, leisten Sie Ihren Beitrag zur Säuberung des Ökosystems des Schwarzen Meeres.